Funktionelles Training

Was ist eigentlich funktionelles Training? Die Frage stelle ich in meinen Workshops immer wieder, so richtig weiß es aber meist keiner zu beantworten.

Funktionelles Training ist der Hype in allen Studios zurzeit. Es wird als das Trainingskonzept der Zukunft hoch gepriesen. Sämtliche Trends richten sich danach. Viele Trainer und Sportwissenschaftler arbeiten sogar daran Funktionelle Sportprogramme als Präventionsprogramme bei den Krankenkassen durchzusetzen.

Funktionell im eigentlichen Sinne bezeichnet Training das eine Funktion bzw. einen bestimmten Zweck erfüllt. Das bedeutet gleichzeitig, dass jedes Training, das zu einem bestimmten vorher definierten Ziel führt, funktionell ist, auch Maschinentraining.

ABER!

Funktionelles Training hat auch zum Ziel die Leistung, Körperstabilität und Beweglichkeit zu verbessen und Verletzungen vorzubeugen. Und genau an dieser Stelle entfernen wir uns wieder vom isolierten Gerätetraining, denn es involviert weder eine größtmögliche Anzahl an Stabilitätsmuskulatur, noch nutzt man eine besonders umfassende körperliche Bewegungsamplitude.
Funktionelle Bewegungen sind vor allem Bewegungen, die wir tagtäglich ausführen, z.B die Gläser aus der Spülmaschine in den Schrank stellen, den Einkauf die Treppe hochtragen oder die Kiste Bier ins Auto heben. Natürlich sind alltägliche Bewegungen individuell sehr unterschiedlich. Ein Otto-Normalverbraucher führt andere Bewegungen aus als ein Spitzensportler. Und selbst wenn es zum Otto-Normalverbraucher kommt führt ein Müllmann andere Bewegungen aus als ein Bürohengst oder Fensterputzer. Wichtig ist, wenn es zum Training kommt, Bewegungen aus dem Alltag möglichst durch Training zu verbessern. Laufen, Hüpfen, Heben, sich Hinhocken, Drücken, Ziehen, Handstand und Ausfallschritte sind Teil dieses Trainingsprogramms. Im Gegensatz zum isolierten Maschinentraining sind das alles Bewegungsabläufe, bei denen unser Körper auf komplexe Art und Weise die unterschiedlichsten Muskeln nutzt.

Leider haben viele von uns verlernt sich so gesund und agil zu bewegen.
Wenn mein Nachbar im Sommer das Beet umgräbt und neu bepflanzt, kommt er zwar in die Hocke rein, aber nur unter größten Schmerzen wieder heraus. Das Knie tut weh und vom Rücken und Nacken möchte ich gar nicht erst anfangen. Wenn ich Mitreisende im Zug beobachte, wie sie versuchen unter ächzen ihre Koffer oben in die Ablage hochzuwuchten, bekomme ich schon vom Zugucken einen Bandscheibenvorfall. Selbst beim Einladen einer Wasserkiste in den Kofferraum des Autos verreißt sich jeder Zweite den Rücken.

Eine meiner Psychologie-Dozentin ist beim Spazieren gehen unachtsam gestolpert, konnte nicht schnell genug reagieren oder sich abstützen. Sie hat sich beim folgenden Fall auf den Asphalt einen Zahn ausgeschlagen.
Wie oft sehen wir Leute in der Straßenbahn, die einfach umfallen, wenn die Straßenbahn bremst oder schnell in eine Kurve fährt, weil sie sich nicht rechtzeitig abstützen können und auch keine Muskulatur haben die es schafft das eigene Körpergewicht in Balance zu halten, die so genannte Core-Muskuatur. Und keiner der umliegenden Mitreisenden ist agil  genug um denjenigen, der fällt, aufzufangen.
Wir sind ein müdes, träges, unbewegliches Volk geworden mit der Reaktionszeit einer Schnecke.
Die Leute lachen sich schlapp, wenn ich beim Warm-up über den Boden krieche, krabble und hüpfe. Sie lachen nicht mehr so sehr, wenn sie mitmachen, das können alle bisherigen Workshop Teilnehmer bestätigen. Ich höre oft Sätze wie: “Das habe ich zuletzt mit 5 gemacht”, oder “ist doch albern”! Ich denke mir: Schade!! Ist doch egal ob andere es albern finden Hauptsache es bringt was.

Fazit:
Funktionelles Training hat also vor allem das Ziel uns wieder fit für unseren Alltag zu machen und unser Leben mit Stabilität und Beweglichkeit zu bereichern und dafür ist im Vergleich zum üblichen Studiotraining nicht einmal viel Zeit notwendig.

Bei Interesse an einer Proberunde könnt ihr euch gerne hier oder per e-Mail doro@bio-positive.com Kontakt zu mir aufnehmen.
Sportliche Grüße
Eure Dorothee Appel

Wenig ist mehr
Weniger ist mehr
Funktionell ist alles was zum Ziel führt

Ernährungs-Tipp

Baue in den nächsten Wochen zwei Obstzeiten in deinen Tagesplan ein. Obst versorgt dich mit Vitaminen und Kohlenhydraten und ist zehnmal besser als jede Süßigkeit.

Literatur-Tipp